 |
 |
Geschichte
Das Sundheimerhuhn ist eine
alte Zwiehuhnrasse und wurde in Kehl am Rhein gezüchtet. 1871, nach Ende des
deutsch-französischen Krieges entdeckten die Einwohner von Sundheim, sowohl die
wirtschaftlichen Vorteile einer Hähnchenbude, als auch die Tatsache, dass ein
Hähnchen, richtig zubereitet den meisten Menschen sehr gut schmeckt. Durch die
neu wachsende Infrastruktur und die günstigen Verkehrsverbindungen
(Straßburg/Baden Baden/Offenburg) bekam Sundheim zunächst am Wochenende und
Freiertagen einen großen Zustrom von erholungswütigen Städtern. Aus diesen
Gründen entstanden in Kehl am Rhein auch die ersten Hähnchenbuden.
Der Masthuhnbedarf in
Sundheim sprang sozusagen sprunghaft an. Vor 1850 steuerten also fast alle
Bewohner von Sundheimer zur Produktion der Masthähnchen bei. Zu dieser Zeit lag
die Priorität also auf der Masse des Huhns. Das Zuchtmaterial hierfür wurde
ihnen im Prinzip durch die Lage von Sundheim direkt vor die Tür geliefert. Zu
diesem Zeitpunkt begann sich des gleichen Zuchtmotivs wegen, ein annähernd
einheitliches Erscheinungsbild des Sundheimerhuhns abzuzeichnen. Zu diesem
Zeitpunkt sollte das Huhn aber nicht nur schwer sein, sondern es sollte schnell
wachsen und vor allem gut schmecken. Es gab zwar wie gesagt noch keinen Standard
zu diesem Zeitpunkt allerdings gab es eine Körung der Hähne, die zur Zucht
verwendet werden durften. Das waren erwartungsgemäß nämlich ausschließlich die
schwersten. Auch diese Tatsache trug zum immer ähnlicher werdenden
Erscheinungsbild bei.
Nachdem sich die Masthuhnzucht in Sundheim in ein respektables Gleichgewicht
gependelt hatte, gründete man eine bäuerliche Zuchtgenossenschaft füt das
Sundheimerhuhn. Im Jahre 1884/85 wurde das Sundheimerhuhn dann offiziell als
Rasse anerkannt. Man bemühte sich nun das Sundheimerhuhn in seinem
wirtschaftlichen Nutzen weiter zu verbessern. Die hierfür eingekreuzten Rassen
waren nicht selten französischen Ursprungs, wenn auch die Ausgangsrassen,
sozusagen der Grundstein der Sundheimerzucht, die bodenständigen Landhuhnschläge
der oberrheinischen Tiefebene gelegt haben. Aber wie schon gesagt, eine wichtige
Rolle spielten später das Houdan, Dorking, Brahma, Cochin und das Bressehuhn.
Der erste Standard wurde 1911 vom Geflügelzuchtverein in Kehl aufgestellt.
Wenn man sich, hier in
aller Kürze zusammengefasst, einmal den wirtschaftlichen Einfluss der Zucht und
Produktion eines Rassehuhns für einen Ort und somit den Menschen ansieht, wird
auch klar, warum man bei manchen älteren Semestern der Züchter immer noch den
Biss und die Ernsthaftigkeit spüren kann, mit der sie an die Zucht und auch das
Anstreben des Erfolges herangehen.
|
 |